Der Jahresbericht 2020

Besondere Situation im Jahr der Pandemie

Wegen der Pandemie war das vergangene Jahr für viele psychisch Kranke besonders schwierig. Sitzungen und Besprechungen mit Behörden sind ausgefallen oder verschoben worden. Dadurch verzögerten sich oftmals dringend benötigte Auszahlungen durch die Ämter. Gleichzeitig reduzierten sich auch die Gespräche mit Fachpersonen, mit denen Gesuche an unsere Stiftung hätten vorbereitet werden können. Durch diese Umstände lässt sich erklären, dass es im Berichtsjahr markant weniger Gesuche gab bei einem gleichzeitig sogar etwas leicht höheren Auszahlungsbetrag im Vergleich zum Vorjahr.

Dank an alle Spenderinnen und Spender

Die Zürcher Stiftung für psychisch Kranke bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, die trotz der pandemiebedingten Einschränkungen und grossen privaten und institutionellen Herausforderungen an unsere Stiftung gedacht haben. Darunter waren vier Privatpersonen mit Spenden von Fr 30 bis Fr 200, fünf katholische und neun reformierte Kirchgemeinden aus dem ganzen Kanton Zürich mit Spenden oder Kollekten von Fr 58 bis
Fr 2311. Aus diesen Spenden resultierte ein Betrag von Fr 17'567. Zusätzlich konnten wir aus einer Erbschaft dankenswerterweise einen grösseren Betrag von Fr 27’288 entgegennehmen und durch die Auflösung der Schmid-Wörner-Stiftung floss uns der grösste Teilbeitrag in diesem Jahr von Fr 106'069 zu.

Hilfeleistungen der Zürcher Stiftung für psychisch Kranke

Bearbeitete Gesuche 97 (138, 106)
Abgelehnte Gesuche 32 (62, 40)
Bewilligte Gesuche für Einzelpersonen 48 (57, 56)
Bewilligte Gesuche für Institutionen 6 (7, 10)
Weitergeleitete (und bewilligte) Gesuche 11 (12, 0)
Legende Zahlen: 2020 (2019, 2018)

Die Gesamtausgaben unserer Hilfstätigkeit betrugen Fr 62'394 (2019: 58’146.75 Fr, 2018: 56’002.00 Fr). Davon wurden Fr 7'500 (2019: Fr 4'300) an verschiedene Institutionen und Fr 6'000 (2019: Fr 5'000) an psychiatrische Kliniken ausgezahlt.

Bewilligte Gesuche für Einzelpersonen

Begünstigt wurden 25 Frauen und 23 Männer im Alter von 24 bis 80 Jahren. Einmal mehr wurden die meisten Gesuche für den öffentlichen Verkehr bewilligt. Aber auch ein Zustupf an die Wohnungseinrichtung war hie und da vonnöten und solange die Fitnesscenter offen sein konnten, wurde unsere Unterstützung für Abos sehr geschätzt. Ansonsten waren die Auszahlungsgründe so vielfältig wie das Leben und die Not der begünstigten psychisch kranken Menschen aus dem Kanton Zürich: Ferien, Behindertentransport, Zahnarztkosten, Notebook, Konflikttraining, Lagerkosten, Kleidung, Hörgerät, Ballettunterricht, Schlagzeugunterricht, Mitgliedschaft bei einer Dating-Website, Bioresonanztherapie, Deutschkurs, Medikamente für Haustiere, Eigenbeitrag bei Spitalkosten und anderes mehr.
Bewilligte Gesuche für Institutionen
An drei psychiatrische Kliniken wurde Handgeld ausbezahlt. Mit diesem Geld kann die jeweilige Sozialarbeit Patientinnen und Patienten vor Ort mit kleineren Beträgen für aktuell notwendige Ausgaben unbürokratisch helfen (Beispiele: Fahrausweis für den öffentlichen Verkehr oder dringend benötigte Kleidung). Zwei weiteren Institutionen wurde auf ihr Gesuch hin Geld überwiesen, damit Selbsthilfegruppen und Treffpunkte für psychisch Kranke trotz Corona-Einschränkungen unter Beachtung der besonderen Schutzmassnahmen weitergeführt werden konnten.

Abgelehnte Gesuche

Gesuche wurden unter anderem nicht bewilligt, weil es auf Fragen keine Rückmeldungen gab, weil Ferien aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnten, weil wichtige Unterlagen fehlten oder der Wohn- oder Heimatort im Kanton Zürich nicht gegeben war. Einige Male kam es vor, dass ein Gesuch zurückgezogen wurde, weil die Kosten bereits von einer anderen Stiftung übernommen worden waren. Bei Institutionsgesuchen beteiligten wir uns nicht, wenn es darum ging, Geräte anzuschaffen oder Bauvorhaben umzusetzen.

Weitergeleitete Gesuche

Vier Gesuche aus dem Bezirk Meilen konnten wir an die Gemeinnützige Gesellschaft Meilen weiterleiten. Fünf Feriengesuche durften wir dem Nachlass Probst, verwaltet von der Pro Mente Sana, abgeben. Und die Hilfskasse der Clienia Schlössli AG übernahm zwei weitere Gesuche. Damit wurde unser Ausgabevolumen um Fr 13'988.89 (2019: Fr 15’099.65) entlastet. Wir danken herzlich den beteiligten Einrichtungen!

Stiftungsrat

Pandemiebedingt mussten wir die jährliche Stiftungsratssitzung leider per Zirkulation abhalten. Wir hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder einmal persönlich treffen können. Es gab keine Änderungen in der Zusammensetzung des Stiftungsrates. Die Zusammenarbeit ist weiterhin äusserst angenehm, kompetent und effizient.

Stiftungsbeirat

Wir freuen uns, dass wir für den Stiftungsbeirat Renato Battistini, neuer Geschäftsführer des Vereins Horizonte und Prof. Dr. Wolfram Kawohl, seit 1. Januar 2020 neuer ärztlicher Direktor der Clienia Schlössli AG, gewinnen konnten!

Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Zürcher Stiftung erhöhte sich um Fr 119'135 (2019: Fr -5’946.52) auf Fr 1'280'461 (2019: Fr 1‘161‘326) bei einem Spendenertrag von Fr 150'925 (2019: Fr 11'292.74) und einem Finanzerfolg der Anlagen von Fr 35'218 (2019: Fr 46'240.89).

Dank

Allen Mitgliedern des Stiftungsrates und des Stiftungsbeirates sei ganz herzlich gedankt für ihr grosses ehrenamtliche Engagement, ohne das die Arbeit unserer Stiftung zum Wohle vieler psychisch Kranker in unserem Kanton nicht möglich wäre.

Zürich, 08. April 2021
Pfarrer Markus Felss, Präsident